Aktion „Reichtum Besteuern“ vor dem Kanzleramt

von Genosse Arslan Yilmaz

3. August-der Start-für-umfairteilen

Mehr als 100 Menschen kamen spontan vor dem Bundeskanzleramt zusammen, um in einer Zeit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich weit auseinandergeht, der Sozialabbau mit rasender Geschwindigkeit weitergeht, ein klares Signal zu setzen und um die Bundesregierung wegen ihrer asozialen und menschenunwürdigen Politik zu warnen. Das war eine Auftaktaktion vor dem bevorstehenden bundesweiten Aktionstag, der am 29.9.12 u. a. auch in Berlin stattfindet. Die AktivistInnen bauten vor dem Kanzleramt eine Bühne mit einem großen Tisch auf, worauf Geldscheine und Gold wie Heu lagen und Disneys Donald, der die Reiche symbolisch darstellte, verteidigte den Reichtum bzw. jeden Geldschein vor den armen Menschen. Dabei riefen die Massen ohne Pause: „Umverteilen!“ Die Presse zeigte großes Interesse an der Aktion.Während der Aktion hielten die SprecherInnen der Organisationen Campact und Attac eine Rede.

engagierte Menschen am 3. August

Christoph Bautz (Campact) sagte zusammenfassend: „Während die öffentlichen Kassen leer sind, geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf. Das Einkommen der ärmsten zehn Prozent ist von 1999 bis 2009 um 9,6 Prozent gesunken, während das reichste Zehntel der Bevölkerung noch weitere 16,6 Prozent hinzu gewann. Das Vermögen ist noch viel ungleicher verteilt als das Einkommen. Das reichste 1 Prozent der Deutschen besitzt über ein Drittel des gesamten Vermögens, die reichsten 10 Prozent besitzen zusammen sogar zwei Drittel. Die Hälfte der Bevölkerung hingegen hat nahezu nichts oder unterm Strich nur Schulden. Das ist ein Skandal. Bei der Vermögensbesteuerung geht es nicht um Neid, wie manchmal unterstellt wird, sondern um Gerechtigkeit, Demokratie und vernünftiges Wirtschaften. Die extrem ungleiche Verteilung von Vermögen ist nicht nur eine Gefahr für den Zusammenhalt unserer De­mokratie und Gesellschaft, sondern auch eine wesentliche Ursache der aktuellen Finanzkrise. In Deutsch­land verfügen 0,1 % der Bevölke­rung über 22,5 % der Privatvermö­gen, während die Hälfte der Bevöl­kerung knapp 1,4 % besitzt. Wir sind deshalb hier, um dieser ungerechten Politik entgegenzutreten. Wir müssen uns massenhaft und in einem breiten Bündnis dafür einsetzen, Reichtum zu besteuern und eine Umverteilung zu fordern. Wir als Bündnis rufen alle auf,  an dem bundeswei­ten Aktionstag am 29. September 2012 in Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg und anderen Städten teilzunehmen und unserer Forderung Nachdruck zu verleihen.“

Die Teilnehmer der Aktion trugen neben der Plakate „Reichtum Besteuern-Umverteilen“  auch die Plakate wie : „Umfairteilen für Bildung“, „Umfairteilen für Umwelt“, „Umfairteilen für Pflege“.

Umfairteilen für Bildung, Pflege und Umwelt

Zum Schluss übten sie vor dem Kanzleramt eine „Rückwärtsdemo“, um die rückschrittliche, menschenverachtende Politik der Bundesregierung deutlich zu präsentieren und darzustellen. Die Aktion endete gegen 10.30 Uhr.

 

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