Neuer Wohnungsmarktreport mit Rekordmieten für Mitte

Humboldthain:  Plus 47 Prozent  in einem Jahr bei Neuvermietung

„Suche: bis 300 Euro warm“, Kommentar: Träumerin!

„Suche: bis 300 Euro warm“, Kommentar: Träumerin!

Bisher ungeahnte Mietsprünge werden im neuen Wohnungsmarktreport des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp und des Weltmarktführers für Immobiliendienstleistungen CBRE verzeichnet.  83.000 Mietangebote und 62.000 Kaufangebote in Berlin wurden dafür ausgewertet.

„Im Kern der Stadt liegen die vier Gebiete mit Berlins höchsten mittleren Angebotsmieten: Ihre Mittelwerte reichen von 13,00 bis 13,80 Euro pro qm und Monat“, heißt es im Report. Das sind die Gebiete Hackescher Markt bis Alexanderplatz, Unter den Linden, Potsdamer Platz und Rosenthaler Platz.

Insgesamt stiegen die Angebotsmieten für Berlin im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf einen Mittelwert von 9 Euro nettokalt pro Quadratmeter, in Berlin-Mitte bereits auf 10,48 Euro.  2015 betrug die Steigerungsrate noch lediglich 2,3 Prozent! Das ist eine deutschlandweit einmalige Dynamik.

„Schonungslose Darstellung des Marktversagens“ 

Der eigentliche Rekord liegt aber im Detail, nämlich in den Kiezen von Mitte, unter anderen im Gebiet Humboldthain: In diesem Quartier in Mitte stieg der Mietpreis für neuvermietete Wohnungen in einem Jahr um 47 Prozent!  Das wird im Wohnungsmarktreport in erster Linie mit den Mietangeboten im sanierten Altbau erklärt. Mit anderen Worten: Die im Bundestag hierfür beschlossenen Gesetze erweisen sich als Goldgrube für die Vermieter. Dadurch trägt der Wohnungsmarkt immer mehr zur Spaltung der Gesellschaft bei. „Die Immobilieneigner werden reicher, die Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen ärmer“, so Reiner Wild vom Berliner Mieterverein. Der Sozialwohnungsbau wie auch die Mietpreisbremse haben bisher keine Wirkung gezeigt.

Der Wohnungsmarktreport wird dadurch zu einer „schonungslosen Darstellung des Marktversagens“, wie Reiner Wild betont. Von Entlastung oder Entspannung ist nichts zu spüren. Im Gegenteil:  Es ist zu erwarten, dass die Mieten in Berlin weiter extrem ansteigen, denn die Preise für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser sind mit 9,6 bzw. 15,7 Prozent erneut deutlich höher als die Mieten gestiegen.             Rainer Scholz

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