Politik- und Kunstaktionen auf dem ehemaligen Güterbahnhof Moabit

ZKU_von_obenAuf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit zwischen Westhafen und Beusselstraße hat sich das „Zentrum für Kunst und Urbanistik“ (ZK/U) in der Siemensstraße 27 niedergelassen. Träger ist das Künstlerkollektiv „KUNSTrePUBLIK“ als gemeinnütziger Verein.

Ist denn ein alter Güterbahnhof überhaupt noch zu irgendwas Sinnvollem zu gebrauchen? Eine Künstlergruppe hat es jetzt vorgemacht: Unterstützt von der Stiftung der Deutschen Klassenlotterie wurde der Moabiter Güterbahnhof komplett instandgesetzt. Einerseits dient er jetzt als Plattform für Experiment und Diskussion und andererseits wurde er zu 13 Atelierwohnungen für 2 bis 8 monatige Aufenthalte für Künstler, Stadtforscher und andere Aktive ausgebaut. Denn hier sollen die unterschiedlichsten Projekt-Präsentationen, Ausstellungen, Foren und Konferenzen stattfinden.

Es gibt den großen Projektsaal mit angrenzender überdachter Terrasse, ehemaligem Lagerraum und großem Gewölbekeller als Ort für Konzerte, experimentelle Musikformate oder Videoprojektionen, in dem aber auch getanzt werden kann, bis das Gemäuer wackelt.

Hier wurde kürzlich die „Linke Kinonacht“ veranstaltet, die sicher Vielen noch eindrucksvoll in Erinnerung ist.

Was „intermediale Aktivitäten“ (Originalton ZK/U) sind, können sich vermutlich nur relativ Wenige auf Anhieb vorstellen. Wenn es dabei aber um eine „Schnippel-Disko“ geht, sicher schon sehr viel mehr. Wer es nicht weiß, bekommt Wurzelbürste, Schneidebrett, Sparschäler oder Küchenmesser in die Hand gedrückt und kann – damit ausgerüstet – knubbeliges Gemüse aus Bauernhöfen der Region (zu dick, zu dünn, zu unregelmäßig) waschen, schälen und für die brodelnden Kessel einer leckeren Suppe schnippeln. Im ZK/U hat in nämlich bereits zum sechsten Mal die größte Schnippel-Disko der Welt mit scharfen Messern, heißen Beats und mitreißenden Themen für die „Wir haben es satt!“- Demo am nächsten Tag stattgefunden. Darauf konnte man sich mit „Topf, Tanz und Talk“ einstimmen.

Während der Aktion  –  immerhin warteten 1.500 kg Erntereste auf ihre Verarbeitung  –  legten DJ’s feinste Beats auf und der Abend war mit Impro -Theater, Agrar – Slam, Kurzfilmen und Bühnen – Gesprächen mit Aktivist*innen und Engagierten gut gefüllt.

Themen waren u.a.:

Bay – Santo verhindern!

Ausbeutung beenden!

Schluss mit Lebensmittelverschwendung!

Insgesamt versteht sich das ZK/U als Ort der kreativen künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit allen Fragen der Stadt- und Sozialforschung und deren zeitgenössischer Interpretation.        Rainer Scholz

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